#1 Durch die grüne Brille

Shownotes

Herzlich Willkommen zu einem neuen Format, "Durch die grüne Brille"!

Hier werden Themen aufgegriffen und aus grüner Sicht beleuchtet. Kein erhobener Zeigefinger, sondern Hintergründe, Motivation warum man was, wie sieht und macht.
Dazu lade ich Gäste aus dem grünen Umfeld ein und befrage sie zu unterschiedlichsten Themen.

Den Anfang macht gleich ein "grünes Urgestein", ehemalige Chefin der Grünen Salzburg und Landeshauptmann-Stellvertreterin, zuletzt als grüne Umweltsprecherin im Nationalrat.
Mit ihr spreche ich über das viel zitierte und auch kritisierte EU-Renaturierungsgesetz.
Worum geht's da eigentlich? Warum schäumte die ÖVP so über die Zustimmung Leonore Gewesslers? Wie soll es in Österreich umgesetzt werden und vor allem, wer soll das bezahlen??

Diese und weitere Fragen haben wir in gut 20 Minuten besprochen. Viel Spaß beim Reinhören,
Reinhard Sperr

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00:00:00: Wenn ich das jetzt als Bauer anschaue, denke ich mir, da kommt jetzt, wenn ich das jetzt zu frech sagen darf,

00:00:06: ich

00:00:06: studiere die Produkte aus der Stadt und erklärt uns, wie wir jetzt unsere Landwirtschaft machen müssen.

00:00:13: In der Landwirtschaft mache ich mir am wenigsten Sorgen, dass wir die Ziele erreichen.

00:00:16: Die Tränglichkeit ist eigentlich von niemandem bestritten worden, dass es die Renaturierung braucht.

00:00:22: Also da ist unsere Welle, man kann schon fast sagen, Richtung Hass manchmal entgegengeschlagen.

00:00:28: Es war brutale, falsche Information.

00:00:30: Da wurde ja

00:00:30: von Enteignung gesprochen.

00:00:32: Wir müssen unsere Häuser abreißen.

00:00:34: Ich war sehr verzweifelt über diese aufgehälzte Stimmung.

00:00:38: Der Natur geht es in vielen Bereichen einfach gar nicht gut.

00:00:42: Jeder weiß, dass die Insekten schon dramatisch abnehmen.

00:00:46: Ungefähr die Hälfte unserer ... häufigsten Feldvögel verschwunden.

00:00:50: Die Natrium gehört mitgedacht in allen Bebauungsplänen.

00:00:53: Ich glaube, das ist nicht nur eine Frage, ob Grüne und Landwirtschaft, sondern welchen Stellenwert hat Landwirtschaft in der Gesellschaft insgesamt?

00:01:01: Es gibt extrem engagierte Bäuerinnen und Bäuer, die bewirtschaften.

00:01:08: in der Landwirtschaft auch von ihren Erträgen, von den Produkten leben können.

00:01:12: Da sind wir schon ein Stück weit davon entfernt.

00:01:15: Die Vorbehalte aus der Landwirtschaft, die kann ich schon nachvollziehen, weil man sagt, jetzt haben wir noch was Neues mehr Unterstützung für die Landwirtschaft, auch für die Mehrarbeit.

00:01:22: Das muss die Zukunft der Landwirtschaft sein, dass sie in Übereinstimmung mit der Belastbarkeit der Natur möglich ist und dass man da verlegen kann.

00:01:30: Und da ist in Österreich sind wir perfekt aufgestellt.

00:01:33: Wir haben einen hohen Bioanteil.

00:01:35: zu sitzen und zu sagen, die Landwirte sollen das jetzt alles retten.

00:01:38: Und ich habe meinen Rasenroboter

00:01:39: vielleicht im Garten laufen.

00:01:41: Wenn wir wollen, dass es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen wird, zu sagen, der Natur soll es wieder besser gehen,

00:01:47: dann... Das braucht auch eine Unterstützung von allen und das heißt darüber reden und auch sich einig sein, dass es nicht nur einige wenige richten müssen, sondern dass die Show uns alle betrifft.

00:01:59: Herzlich willkommen zu einem ganz neuen Format dieses Mal.

00:02:03: Und zwar heißt es durch die grüne Brille.

00:02:08: Das sind Sachverhalte, die uns alle betreffen im Alltag.

00:02:12: Aus grüner Perspektive betrachtet werden, nicht unbedingt mit einem hohen Zeigefinger mit einem Berühmten.

00:02:19: sondern Sichtweisen, Darstellen, Positionen klären und irgendwie die Kommunikation in dem VR verbessern.

00:02:30: Für das erste Gespräch haben wir die Latte gleich sehr hoch gelegt und zwar geht es um das Thema Renaturierung.

00:02:37: Diese U-Gesetze haben viele schon gehört und ich habe einen besonderen Gast, Kleintengladen für die erste Folge.

00:02:47: Ich könnte mir eigentlich kein Besserem dazu vorstellen, wie die Astrid Rössler.

00:02:52: Herzlich willkommen, Astrid Rössler.

00:02:54: Danke, Reinhard, für die Einladung.

00:02:55: Spannendes Format und spannendes Thema gleich

00:02:57: zum Einstieg.

00:02:58: Ja, ich bin auch sehr gespannt, was da dann auch ausserkommen wird.

00:03:02: Ich werde kurz abschneiden, weil die Astrid kennen, glaube ich, die allermeisten von euch.

00:03:07: Dennoch gehe die Stationen die politischen und die bluflichen Kurz durch.

00:03:12: Sie über lange Jahre bei der juristischen Mitarbeiterin bei der Landesumbilderanwaltschaft in Salzburg.

00:03:18: dann auch im Landtag, also Landtagsabgeordnete, dann auch in der Landesregierung.

00:03:24: Und immer wieder kommt das Thema Umwelt- und Naturschutz vor.

00:03:28: Bis Ende im Jahr zwanzierundzwanzig, also dann fünf Jahre im Nationalrat, auch wieder als grüne Umweltsprecherin.

00:03:38: Also, ich glaube, das sind Beweise genug, quasi.

00:03:43: dass die Astrid prädestiniert ist für dieses Thema.

00:03:46: Und sie war mit dabei.

00:03:47: und damit steigen wir gleich ins Thema, wie die Leonore diese schon fast geschichtsträchtige Entscheidung getroffen hat, unserer ehemaliger Umweltministerin, dem Renaturierungsgesetz zuzustimmen auf EU-Ebene.

00:04:02: Astrid Trum, gleich die erste Frage an dich, wie ist es dir damit gegangen?

00:04:06: oder wie hast du die Situation erlebt?

00:04:09: Mit dem ganzen Drumherum und dem Wirbeln der... der gleichzeitig entstanden

00:04:13: ist.

00:04:13: Es wird eine kleine heiße Frage als Einstieg.

00:04:15: Es war wirklich sehr viel diskutiert und die Tränglichkeit ist eigentlich von niemandem bestritten worden, dass es die Renatierung braucht, aber halt die politische Debatte war so aufgeheizt, was ich extrem schade gefunden habe, weil es ja unser gemeinsames Anliegen sein soll, dass wir sagen, wie entwickeln sich unsere Lebensgrundlagen und intakte Natur ist nicht nur... für Ernährung wichtig, sondern natürlich für alle anderen, für Klimaschutz, gesunde Böden, gesunde Luft, alles kommt aus der Natur.

00:04:46: Und genau darüber sollte man sicher einig sein, dass dann die Entscheidung zugunsten der Naturierungsgesetzes ausgefallen ist.

00:04:53: Da haben wir sehr gebankt und waren auch extrem erleichtert darüber.

00:04:57: Und europaweit war es viel beachtet.

00:05:01: den Österreich hat den Ausschlag gegeben und wäre das nicht gelungen, dann würden wir jetzt mit leeren Händen dastehen und das wäre für die Umwelt und für die Natur ganz schlimm.

00:05:11: Warum glaubst du, hat in dem Fall der Koalitionspartner der ÖVP so stark dagegen gewettert, muss man fast sagen?

00:05:18: Also ich komme aus dem Dorf und aus einem bäuerlichen Umwelt, also da ist uns ja eine Welle, man kann schon fast sagen, Richtung Hass manchmal entgegengeschlagen.

00:05:30: Weil die, also bei uns sagt man, die Bauern richtig aufkust waren, ist auch mal Eindruck.

00:05:37: Und nicht unbedingt nur mit sachlichen Informationen, sondern mit Sachen, die er tatsächlich gar nicht gestimmt haben.

00:05:45: Es war brutale, falsche Information.

00:05:47: Ja.

00:05:48: Und sehr einseitig und erwiesenermaßen.

00:05:52: Fählinformation, also da wurde ja von Enteignung gesprochen

00:05:55: und

00:05:55: wir müssen unsere Häuser abreißen und ich halte es für ziemlich verantwortungslos, was da von der ÖVP damals auch vom Zaun gebrochen wurde, ganz bewusst.

00:06:05: Und ich verstehe auch nicht, warum die Vertreter der Landwirtschaft auf das eingestiegen sind, denn in Wahrheit sind für alle Verbündete und angewiesen auf die Natur.

00:06:16: Und wer ist noch mehr angewiesen auf den Tag der Natur als gerade die Bewirtschafter, die Bäureine und die Bauern, die jeden Tag am Feld stehen und die Wiesen mähen und erkennen, wenn man keine Bestäuber haben, dann gibt es kein Gemüse und fertig.

00:06:28: Also wir sind da sehr... Ja, ich war selber sehr verzweifelt über diese aufgeheizte Stimmung und hoffe, ich glaube schon, dass jetzt seit einem Jahr das etwas ruhiger geworden ist.

00:06:40: Jetzt geht es ums Umsetzen und jetzt geht es darum, dass es auch abgegolten wird, was jetzt an mehr Auffand

00:06:45: tatsächlich ist.

00:06:46: Genau, dazu kommen wir auch später noch.

00:06:48: Genau.

00:06:51: Also, ich glaube, man kann schon sagen, du wirst... Das war eine gute Entschärkung der Umweltministerin.

00:06:56: Das hast du jetzt sehr deutlich durchgegeben lassen.

00:06:59: Überglücklich, kann ich sagen.

00:07:03: Kannst du vielleicht einmal grob umreißen, warum es eigentlich bei dem ganzen Gesetz geht.

00:07:08: Und das war jetzt in der Vorbereitung meine Fehler, dass ich mich ganz stark auf die Landwirtschaft konzentriere, obwohl es andere Bereiche sehr wohl betrifft.

00:07:18: Das war tatsächlich der Fokus sehr auf der Landwirtschaft und in Wahrheit geht es ja beim Renatörungsgesetz um viel mehr.

00:07:24: Das Ziel ist, dass wir erkennen müssen, der Natur geht es in vielen Bereichen einfach gar nicht gut.

00:07:31: Der Zustand von bestimmten Lebensräumen ist schlecht und es kommen neue Herausforderungen.

00:07:36: Es kommen die Hochwässer, es kommen die Veränderungen, Hitzephasen, Trockenphasen, Klimawandel, dass alles beeinträchtigt, auch noch ein Stressfaktor für die Natur.

00:07:47: Und jetzt sagt das Renatörungsgesetz, wir müssen hinschauen und wir müssen dort was verbessern, wo es der Natur schlecht geht.

00:07:53: Und da gibt es ja genügend Indikatoren.

00:07:56: Jeder weiß, dass die Insekten schon dramatisch abnehmen.

00:08:00: Das

00:08:00: glaube

00:08:00: ich.

00:08:01: In anderen Bereichen.

00:08:02: Amphibien, die Feuchtlebensräume sind sehr stark bedroht.

00:08:07: Singenvögel haben sie verändert in den letzten dreißig Jahren.

00:08:09: So ungefähr die Hälfte unserer... häufigsten Feldvögel verschwunden.

00:08:13: Also wer sieht noch ein Kippitz, wer sieht noch ein Stieglitz, wer erkennt die auch noch, das sind ja alles Alarmsignale.

00:08:20: und jetzt sagt man, Unterschutzstellen reicht nicht, wir müssen auch wieder aktiv was verbessern.

00:08:24: Das ist eines der Hauptziele.

00:08:26: und da gibt es sieben quasi Säulen,

00:08:28: vielleicht

00:08:29: nennen wir die dann noch, aber

00:08:31: bitte gerne.

00:08:33: Es fängt an mit allgemein, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, wir wollen bis zu einem Jahrzehnte, Es sind grobe Ziele, aber wie das umgesetzt wird und wie viel zu tun ist, machen die Mitgliedsstaaten selber.

00:08:55: Also es ist ein sehr freier Rahmen.

00:08:56: Das wäre eine sehr frage für mich gewesen, weil es immer die böse EU, das haben wir ja schon irgendwie enttos, dass uns die alles überstülpt.

00:09:05: Die Mitgliedsländer haben sich darauf verständigt, das ist also

00:09:08: ein

00:09:09: gemeinsamer Beschluss gewesen und das ist schon wichtig, dass das... übereinstimmend ist.

00:09:14: Und jetzt liegt es daran, für Österreich zu adaptieren und auszuarbeiten?

00:09:18: Genau,

00:09:18: da gibt es eben allgemeine Ziele.

00:09:20: dann für Schutzgebiete, da fängt man mit den bestehenden Natura- viel zu wenig in der Öffentlichkeit bisher bewusst war, sind städtische Siedlungsgebiete.

00:09:35: Also Siedlungsgebiete generell, dörflich, kleiner Größe, aber auch besonders Städte, weil wir dort auf die Grünräume schauen

00:09:42: müssen.

00:09:44: Städte nehmen zwar nur ungefähr ein Fünftel der Fläche in der EU ein, aber das ist uns nicht bewusst, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung in städtischen Siedlungsräumen lebt.

00:09:54: Also wie dort.

00:09:56: Ob es dort ein Park gibt, ob es dort Baumüberschirmung gibt, ob es dort öffentliche Grünflächen gibt, auch zur Nahiholung und auch gegen die Hitze in der Stadt.

00:10:06: Das ist extrem.

00:10:07: Also das ist auch ein Ziel, dann Bäume pflanzen und unsere Flüsse wieder etwas verbessern.

00:10:13: Ungefähr die Hälfte unserer Fließgewässer ist in gar keinem so guten Zustand, nicht vom Wasser.

00:10:18: Die Wasserqualität ist gut, aber oft sind die Ufer hart verbaut.

00:10:22: Es gibt Queerbauwerke, es fehlt die Anbindung an Auenlandschaften, also da gibt es auch.

00:10:28: Und dann erst, jetzt haben wir schon fünf, und dann kommen die landwirtschaftlichen Flächen, und dann kommt der Wald.

00:10:33: Und natürlich, die können ja auch angeschaut.

00:10:36: Und deshalb, diese sieben Bereiche umfasst das Renatörungsgesetz.

00:10:40: ganz kurz.

00:10:41: Ja, alles ist schon mal super, weil mein Fokus war da, wie gesagt, auf der Landwirtschaft.

00:10:47: Deswegen ist es sehr gut zu hören,

00:10:48: dass es

00:10:50: wesentlich andere Bereiche auch betrifft.

00:10:54: Ich rede mal von meinem Umfeld, aber im Gewerbegebiet zum Beispiel, und in kleinen Dörfern, wo ich herkomme, gäbe es auch genug Möglichkeiten.

00:11:02: Also wenn man da schaut, was jeder Quadratmeter zu ausfaltiert wird und wie lang, überhaupt keine Vögel jetzt bei der Firma gehabt haben, jetzt langsam.

00:11:13: Man kann es jetzt nicht nur auf Städte bezogen, sondern jeder kann in seinem Umfeld oder sollte in seinem Umfeld was machen.

00:11:19: Renatrium gehört mitgedacht in allen Bebauungsplänen, weil viele Städte haben ihre Bebauungspläne schon angepasst und sagen nicht alles versiegeln, versickerungsfähige Flächen zum Parken.

00:11:33: Wenn du durchs Land fährst, es gibt so brutal viele Parkplätze, die im Sommer glühen von der Hitze.

00:11:39: Und dann stehen zwei kleine Bäume und schauen, wo sie da hin stehen.

00:11:42: Sie stehen immer in den Mini-Schatten von Parkplätzen, weil jeder sucht den Schatten natürlich.

00:11:47: Das

00:11:47: ist dann oft noch so cool, kleine Kugelbäume, die nicht wirklich was haben.

00:11:50: Ich würde gerne nicht wachsen, weil sie keine Erden haben.

00:11:52: Ja,

00:11:52: das weiß, da bist du der Experte, der leidest du

00:11:56: wahrscheinlich.

00:11:56: Mit den Bäumen mit.

00:11:58: Ja.

00:11:59: Ich würde gerne trotzdem noch mal ein bisschen auf die Langwirtschaft kommen, weil eigentlich da die Idee zu diesem Gespräch ist, dass wir deswegen kommen, weil wir im Böhndorf demnächst eine Veranstaltung haben.

00:12:10: Und zwar spielfiert es kurz ein.

00:12:12: Am thirteenth November um neunzehn Uhr gibt es eine Diskussionsveranstaltung beim Kahlwirt Gastos Taverne in Böhndorf zu eben diesem Thema.

00:12:22: Und ich kann mir vorstellen, dass das stimmungsvoll wird.

00:12:25: Jedenfalls wird es nicht fahrt, kann ich mir auch vorstellen.

00:12:28: Und da wird es halt... Tendenzell wahrscheinlich eher um Landwirtschaft gehen.

00:12:32: Deswegen noch mal ein bisschen zurück zur Landwirtschaft.

00:12:40: Vielleicht mit etwas Kritischen.

00:12:43: Den Grünen wird er öfters mal nachgesagt, dass sie mit einem erhobenen Zeigefänger kommen.

00:12:49: Und in dem Fall sieht man es ganz ehrlich gesagt sogar selber ein bisschen laut bei der Einladung.

00:12:54: Wenn ich das jetzt als Bauer anschaue und denke, ah, da kommt jetzt... Also, wenn ich jetzt sie zu frech sagen darf,

00:13:00: ich

00:13:01: studiere die Produkte aus der Stadt und erklärt uns, wie wir jetzt unsere Landwirtschaft machen müssen.

00:13:10: Du hast das eh schon zu mehrmals angedeutet und gesagt, dass Landwirtschaft und Natur ja unmittelbar zusammenhängt und das nicht nur unser aller Grundlage ist, sondern deren Wirtschaftsgrundlage jetzt auch noch dazu.

00:13:25: Warum?

00:13:26: dann wir uns jetzt so schwer als Grüne mit der Landwirtschaft irgendwie besser zu verbinden.

00:13:32: Was ist da der Grund, glaubst du?

00:13:34: Ich glaube, dass es nicht nur eine Frage ist, ob Grüne und Landwirtschaft, sondern welchen Stellenwert hat Landwirtschaft in der Gesellschaft insgesamt?

00:13:42: Und ich glaube, da haben wir auch einen Verbesserungsbedarf.

00:13:46: Die Landwirtschaft ist ja auch nicht ein... Die Politik ist auch sehr vielschichtig und die Wirtschaft und die Wirtschaft sind auch viel.

00:13:56: Es gibt extrem engagierte Bäuerinnen und Bäuer, die super Projekte machen.

00:14:03: Erst bei letzten Veranstaltungen wieder.

00:14:05: Die machen die alten Obstorten.

00:14:08: Heckenpflanzungen, Brache, Kräuter, alles haben diversifizierte Produktion und leben dafür und sind begeistert.

00:14:16: Und die sagen, sie sind froh, dass sie jetzt endlich Unterstützung für ihre Bewirtschaftung bekommen mit dem Renaturierungsgesetz.

00:14:23: Das nämlich sagt, ganz ausdrücklich in der Renaturierungsverordnung steht drinnen, das Ziel ist, eine existent sichere Landwirtschaft zu ermöglichen.

00:14:33: Das heißt, dass man davon auch leben kann, dass die Bewirtschafter in der Landwirtschaft auch von ihren Erträgen, von den Produkten leben können.

00:14:42: Und da sind wir schon ein Stück weit davon entfernt.

00:14:45: Also ich glaube,

00:14:47: die Vorbehalte aus der Landwirtschaft, die kann ich schon nachvollziehen, weil man sagt, jetzt haben wir noch was Neues.

00:14:52: Es klingt, als wäre jetzt da eine neue Verpflichtung oder Bürde für die Wirtschaft.

00:14:57: In Wahrheit sollte man sehr umdrehen und sagen, Gott sei Dank, erkennen wir.

00:15:01: Wir können auch die Böden nicht über die Verhältnisse bewirtschaften.

00:15:05: Und darum gibt es ja... abgestufte verschiedene landwirtschaftliche modelle.

00:15:09: aber es gibt halt auch die und das sind oft die klein die kleineren betriebe

00:15:15: die wirklich

00:15:17: in steil lagen dann bewirtschaften und und sagen jetzt kriegen wir noch was neues und das gehört aufgelöst und mehr mehr unterstützung für die landwirtschaft auch für die mehrarbeit und sagen das muss das muss Die Zukunft der Landwirtschaft sein, dass sie in Übereinstimmung mit der Belastbarkeit der Natur möglich ist und dass man davon leben kann.

00:15:39: Und die industrielle Landwirtschaft, die nur auf Ertrag ist, da sind die Bauern ja auch Getriebene und haben einen hohen Maschinen-Einsatz und einen hohen Dümmel-Einsatz und die Kosten, die da mit verbunden sind.

00:15:52: Und wenn man dann sagt, was kosten die Produkte im Supermarkt, dann ist man oft auch schockiert.

00:15:59: wie schlecht es abgegolten wird.

00:16:01: Und wenn man, ich kriege auch mit, dass die Verträge mit den großen Ketten für die Bewirtschafter, also dass es einen Kommissionsverkauf im Gemüse gibt, ist eigentlich ein Skandal.

00:16:14: Weil ich gerade gesagt habe, dass das so empfunden werden könnte, dass jetzt wieder was drüber gestübt wird, eine zusätzliche Arbeit.

00:16:20: Ich habe mal irgendwo die Stichwort Bürokratie-Monster notiert.

00:16:25: Gibt es da schon ... Grobe Ideen, wie so was ausschauen kann.

00:16:30: Ja, also die Idee ist natürlich jetzt nicht, dass wir Berge von Formularen dahinter produzieren, sondern es werden Ziele vorgegeben und die Mitgliedsländer haben ja zum Teil auch schon sehr gute Modelle, wie sie das umsetzen.

00:16:44: und da ist in Österreich sind wir... sind wir perfekt aufgestellt.

00:16:48: Wir haben einen hohen Bioanteil, den müssen wir in der EU.

00:16:52: Man darf kurz unterbrechen werden, weil wir im Vorgespräch über Öpul geredet haben.

00:16:55: Das wird auch

00:16:56: einfließen.

00:16:57: Genau.

00:16:57: Und das Öpul-Programm ist perfekt.

00:16:59: Also wenn wir Öpul fortführen und idealerweise noch, also auch attraktiver noch machen und schauen, dass bei Öpul möglichst viele sich anschließen, dann erreichen wir auch die Ziele.

00:17:11: Also in der Landwirtschaft mache ich mir am wenigsten Sorgen, dass wir den Ziele erreichen.

00:17:14: Das ist jetzt einmal für die nächsten Jahre, ist das ziemlich gut aufgestellt.

00:17:20: Und eher müssen wir schauen, dass wir in anderen Bereichen, also das vergisst mehr, wie schaut's aus mit den Fließgewässern, wie schaut's aus mit der städtischen Begrünung.

00:17:31: Und da muss man schon auch so ehrlich sein.

00:17:34: Und ich habe das auch vielleicht zu wenig im Blick gehabt, dass auch sämtliche Privatgärten ihren Beitrag leisten.

00:17:43: zu sitzen und zu sagen, die Landwirte sollen das jetzt alles retten.

00:17:46: Und ich habe meinen Rasenroboter vielleicht im Garten laufen.

00:17:49: Das geht nicht.

00:17:50: Also jeder muss sich selber auch bei der Nase nehmen.

00:17:52: So

00:17:52: Garten und Pestizideinsatz sind im Hausgarten im Verhältnis viel höher als auf der Landesschauflächenflächen, habe ich mir gelesen.

00:18:00: Ja.

00:18:02: Okay, das Thema wird es für Österreich schon seit... Ja, da haben wir noch notiert, was du vielleicht selbst kritisch an dem Gesetz siehst.

00:18:11: Gibt es da irgendwelche Punkte?

00:18:13: In der Umsetzung?

00:18:14: natürlich ist Österreich einerseits als kleineres Land mit diesen föderalen Strukturen.

00:18:19: Das ist ein bisschen aufwendig und ich glaube auch, dass es da auch nicht alle Fachbereiche, das ist jetzt derzeit in Arbeitsgruppen.

00:18:26: Und dass in den nächsten Tagen findet in Salzburg wieder eine Konferenz statt, wo man auch jetzt über die Arbeiten in Zitlungsgebieten auch einmal die Zwischenergebnisse vorstellt.

00:18:37: Was es da noch braucht, ist natürlich ein öffentliches Gespräch.

00:18:40: Wenn wir wollen, dass es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen wird, zu sagen, der Natur soll es wieder besser gehen.

00:18:46: Wir wollen nicht, dass die Singenvögel komplett verschwinden.

00:18:48: Wir wollen nicht, dass das... der letzte Frosch auch noch irgendwo verschwindet, dann braucht es auch eine Unterstützung von allen.

00:18:56: und das heißt darüber reden und auch sich einig sein, dass es nicht nur einige wenige richten müssen, sondern dass das schon uns alle betrifft.

00:19:04: Ja, da ist mir noch ein Stichwort, das ich vorher schon im Kopf gehabt habe, aber dann wieder vergessen, weil das auch so oft kommt, speziell heute auch wieder aus der Landwirtschaft, aber es gibt wahrscheinlich für andere Bereiche genauso die Finanzierung.

00:19:17: Also gibt es da irgendeinen.

00:19:19: Also ich nehme mir jetzt ein EU-Budget auch geben dafür, plus nationale Gelder oder wie schaut das aus?

00:19:27: Das EU-Programm ist ein gutes Beispiel dafür, wie EU-Gelder und natürlich auch eigene Budgetmittel gut dafür eingesetzt werden.

00:19:35: Aber es gibt ja auch aus anderen Bereichen schon Modelle, die Naturschutzabgabe für den Rohstoffabbau, die geht... üblicherweise immer direkt dann auch in Verbesserungsmaßnahmen im Naturschutz.

00:19:46: Das ist ein Landesmaterie.

00:19:49: Genau, Rostovabbau.

00:19:50: Und die Frage ist, ob man das nicht auch für Landschaftsverbrauch auch in gewisser Weise in Schutzgebieten so adaptieren kann.

00:19:59: Dass wir sagen, dort wo Landschaft verbraucht wird und wir haben ja immer noch im Hinterkopf das große Problem.

00:20:06: dass unser Bodenverbrauch zu hoch ist.

00:20:08: Und der Bodenverbrauch geht immer zu Lasten vom Grünland.

00:20:12: Ganz selten von Waldflächen.

00:20:13: Und das erklärt auch, warum der Feldvogelindex so schlecht ist.

00:20:17: Wir verlieren alle Feldvögel.

00:20:20: Und die Vögel, die im Wald leben, sind nicht so stark zurückgegangen.

00:20:23: Das Forstgesetz ist sehr stark.

00:20:25: Und das Forstgesetz hat zum Beispiel auch Ersatzzahlungen, wenn ich keine Aufforstung machen kann.

00:20:30: Und diese Modelle für ein Verbrauch, an denen allenfalls auch weiterarbeiten.

00:20:36: Das wäre eine Lösung, wie man Gelder mit dazubekommt für den Verbrauch, dass der Landschaftsverbrauch auch einen Preis

00:20:44: bekommt.

00:20:46: Das ist ein selbstverständliches Geld, das nutzt man einfach.

00:20:49: Im Verbrauch hat allenfalls ein Riesengewinn mit der Umwicklung von Grünland in Bauland.

00:20:55: Also nur den Nutzen zu haben und gleichzeitig geht uns aber die landwirtschaftliche Fläche verloren.

00:21:02: Also auch akutisch nicht mehr, jetzt mal zwischen grün und landwirtschaftlich.

00:21:05: Und dann kann ich was... und wir brauchen ein Flächenpool, dass wir sagen, wenn wir dort im Siedlungsgebiet was erweitern wollen, gibt's wo andere Brachflächen, die ich dafür praktisch abdauschen kann.

00:21:15: Und Entsiegelung.

00:21:16: Weil jeder kennt Backflächen aus Faltflächen, die seit vielen Jahren einfach vergammeln und leer stehen.

00:21:22: Das wäre natürlich ein Potenzial auch zum Entsiedeln.

00:21:26: Und so ein Flächenpool, wo man sagt... Wo kann man solche Projekte auch führen?

00:21:30: Das wäre auch ein wichtiger Teil davon.

00:21:33: Okay.

00:21:34: Vielen Dank.

00:21:35: Ich war jetzt zumindest schon wesentlich mehr als Renaturierungsgesetzes vorher.

00:21:41: Wie wird er dann langsam aber sicher zum Ende kommen, wenn wir schon bei zwanzig Minuten angelangt sind, vielleicht nur abschließend, wenn dann wunschfrei hättest, wie das Renaturierungsgesetz dann tatsächlich umgesetzt wurde in Österreich, sagen wir mal, in fünf bis zehn Jahren?

00:21:54: Wie könnte das ausschauen?

00:21:57: Mit dem Gesetz ist eine ganz wichtige Weichenstellung passiert und jetzt ist auch kein kurzfristiges Programm.

00:22:01: Wir müssen jetzt diese Ziele, die vorgegeben sind, gemeinsam verfolgen, von den Bäume pflanzen und die städtischen Bebauungspläne mehr auf die Anforderungen gegen Hitze im Sommer, gegen Trockenheit und so Ausricht, die Landwirtschaft.

00:22:17: Also ich möchte in fünf Jahren sehen, dass an allen diesen Zielen gearbeitet wird und dass man das auch spürt, bis hinein in die Gemeinden.

00:22:25: Ich halte es für ein ganz wichtiges Thema auf der kommunalen Ebene.

00:22:29: Die Gemeinden machen ein Bebauungsplan.

00:22:31: Die Gemeinden entscheiden, der nächste Supermarktparkplatz hat der Gscheidebepflanzung und hat ein Sickerfegenboden oder ist alles zu asphaltiert.

00:22:39: Das ist nur so Glüte in der Sonne.

00:22:43: Also das möchte ich sehen und merken und das auch allgemein... dass die Menschen nachdenken, was mache ich aus meinem Garten, auch ein kleiner Garten kann, was für die Arten Vielfalt machen und muss nicht einfach nur Rasen sein.

00:22:56: Also Freude und Begeisterung auch für das Thema möchte ich spüren in diesen kommenden

00:23:01: Jahren.

00:23:02: Dann hängen wir vielleicht mal einen Wunsch an, dass man die Landwirtschaft gut mit ins Boot bringt und dass die Verständnis dafür entwickeln, dass das auch für sie ist und für eine Lebens- und Arbeitsgrundlage.

00:23:16: Ja, und wieder auch einmal Danke sagen für das, was die Bauern auch leisten und beim Hof einkaufen und nicht alles nur vielleicht billig war, sondern da die Möglichkeiten nutzen, die man selber hat.

00:23:26: Ja, super, Astrid.

00:23:28: Also ich sage herzlichen Dank, dass du die Zeit genommen hast und uns ein bisschen in das Thema eingeführt hast und vielleicht treffen wir uns ja in fünf bis zehn Jahren nochmal und schauen, was passiert ist.

00:23:39: Ja,

00:23:39: danke auch für die spannenden

00:23:40: Fragen, die uns alle sehr bewegen werden.

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